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Abziehlack ersetzt Reinigung

Wie eine "zweite Haut" schützen wasserverdünnbare Abziehlacke die Innenwände von Lackierkabinen. Der elastische Schutzmantel ist einfach aufzutragen und kann auch schnell wieder entfernt werden.

Die Reinigung von Lackierkabinen ist meist arbeitsaufwendig, kostenintensiv und beim Einsatz von CKW-haltigen Abbeizpasten auch nicht gerade umweltfreundlich. Deshalb werden Reinigungsintervalle oft extrem gestreckt — schlechte Arbeitsbedingungen in stark verschmutzten Lackieranlagen mit hohem Brandrisiko sind die Folge. Auch bewährte "Hausrezepte" haben nicht den erhofften Erfolg: Die starke Staubbildung beim Kalken oder Brandgefahr und Oberflächenstörungen beim Fetten gefährden die Qualität der Lackierung.

Viele Unternehmen, die qualitativ hochwertige Decklackierungen anfertigen, setzen deshalb in ihren Produktionsanlagen wasserverdünnbare Abziehlacke ein. Der Grund: Die universell aufgetragene, elastische Beschichtung läßt sich schnell und problemlos mit allen Produktionsrückständen (Overspray) vom Untergrund abziehen. Mühevolles und zeitintensives Säubern entfällt.

Bei MAN in Salzgitter, wo täglich rund 55 Lkw und Omnibusse die Werkshallen verlassen, setzt man auf wasserverdünnbaren Abziehlack. Die Firma verfügt über 29 Lackieranlagen, in denen die Lackierungen der produzierten Fahrzeuge und Fahrzeugteile vorgenommen werden. Horst Müller, MAN-Werkmeister und dort unter anderem für die Reinigung der Lackierkabinen zuständig: "Der Abziehlack bedeutet für unsere Mitarbeiter eine enorme Arbeitserleichterung — und damit für das Unternehmen reduzierte Personalkosten. Außerdem erfüllen wir auf diese Weise bei unserer Fertigung alle Ansprüche an ein hochwertiges Lack-Finish."

Schon kleinste Staubpartikel in der Luft könnten das Lackier-Ergebnis beeinträchtigen, berichtet Müller. Die Folge: Zeit- und damit kostenintensives Nacharbeiten. Nicht nur bei der Karosserie-Beschichtung, sondern auch bei besonders kritischen Kunststoff-Lackierungen — etwa bei Phonomöbeln oder Autostoßfängern — hat sich der Abziehlack in der Praxis bewährt.

Der zusätzliche Einsatz eines sogenannten Staubbindelacks garantiert ein optimales Lackier- Ergebnis. Eine spezielle Variante des Staubbindelacks ist temperaturbeständig, so daß er auch in Abdunstzonen oder Trockenöfen eingesetzt werden kann. Die Firma Zülch in Osterode produziert und verkauft mittlerweile 90 Prozent ihres Abziehlacks auf Wasserbasis. Das Unternehmen hat schon vor Jahren auf umweltfreundliche Produkte gesetzt.

"Die Fakten sprechen für den wasserverdünnbaren Abziehlack", so Firmenchef Zülch, "er ist qualitativ hochwertig, absolut lösemittelfrei und dazu noch günstig im Preis." Allerdings gäbe es immer noch potentielle Anwender, die in der Anfangszeit der Wasserlack- Technologie negative Erfahrungen mit unausgegorenen Produkten gemacht hätten und deshalb weitere Versuche scheuten. Lackierkabinen in Autowerkstätten, beim Fahrzeug- und Anlagenbau sind nur ein Anwendungsbereich von Abziehlacken. Auch schnell verschmutzende Fertigungsanlagen wie Abtropfzonen, Klebepressen oder Schäumeranlagen lassen sich mit Hilfe von Abziehlack problemlos vor Produktionsrückständen schützen.

Nur extremen Fertigungsbedingungen sollte der Abziehlack nicht ausgesetzt werden: Einschränkungen sind bei konstanten Temperaturbelastungen von über 50 °C, bei langfristigem Einsatz in Außenbereichen unter Wetterund UV-Belastung sowie bei bestimmten Fußbodenbeschichtungen zu machen. Der wasserverdünnbare Abziehlack eignet sich aber auch als temporäre Schutzhülle für empfindliche Teile. Diese werden beim Transport oder im Lager mit einer "zweiten Haut" versehen und so vor Verschmutzungen oder Beschädigungen geschützt — egal ob hochwertige Aluminium-Badezimmerschränke oder teure Spritzgußformen.

Die umweltfreundliche und problemlose Anwendung bewog auch die Firma Baker Hughes Inteq in Celle zum Umstieg auf wasserverdünnbaren Abziehlack. Das Unternehmen in der südlichen Lüneburger Heide produziert, vermietet und wartet Bohrgeräte für die Erdgas und Erdölindustrie.

Die extreme Beanspruchung der Bohrgestänge macht eine regelmäßige Wartung unumgänglich, zu der die Teile aus Skandinavien, Holland oder Schottland zum "TÜV" nach Celle transportiert werden. Um die empfindlichen Gewinde der Einzelteile während der Lagerung im Freien vor Korrosion zu schützen, werden sie bis zur Wartung oder Reparatur mit Abziehlack bestrichen.

  Informationen zum Abziehlack
Eigenschaften: wasserverdünnbar, lösemittelfrei
Mittlere Verbrauchszahl: etwa 3 - 4 m²/kg je nach Schichtdicke
Auftragungsart: streichen, rollen, spritzen (auch airless)
Trocknung: zwischen 4 und 6 Stunden je nach Schichtdicke, Temperatur und Belüftung
Anwendungstip: Schnell und effektiv kann der Abziehlack bei großen Flächen mit einer Airless-Dickstoffpumpe mit großer Düse und hohem Übersetzungsverhältnis aufgetragen werden.

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